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W. O. von Horn

(Friedrich Wilhelm Philipp Oertel)

 

Am 15.08.1798 wurde in Horn im Hunsrück als 5. Kind des Pfarrerehepaares Peter Paul Oertel und Caroline, geb. Wolff, Friedrich Wilhelm Philipp Oertel geboren. Nach sechs Jahren wurde der Vater nach Bacharach, weitere acht Jahre später nach Manubach versetzt.

Nach seinem Studium der Theologie in Heidelberg übernimmt Wilhelm Oertel im Jahre 1820 die Pfarrstelle in Manubach von seinem Vater. Dort beginnt er – zunächst unter dem Pseudonym F. W. Lips (Friedrich Wilhelm Lips = Kurzform von Philipp) - Aufsätze und Erzählungen für das Frankfurter Journal zu schreiben. Später schrieb er einige historisch-romantische Erzählungen, die in dem täglichen Kulturbeiblatt des Frankfurter Journals – Didaskalia – erschienen.

Im Jahre 1835 übernimmt er die Superintendentenstelle in Sobernheim. Ab 1845 änderte er sein Pseudonym in W. O. von Horn (Wilhelm Oertel von Horn, seinem Geburtsort) und seinen Stil und schrieb Erzählungen „für die Jugend und das Volk“. Damit und mit einigen Romanen wurde er bekannt und mit dem ab 1846 herausgegebenen Jahreskalender Die Spinnstube zum damals meistgelesenen Schriftsteller im deutschsprachigen Raum. Seine Erzählungen waren zu der Zeit so beliebt, dass sie immer wieder neu herausgegeben wurden, z.B. unter Schmiedjakobs Geschichten, Rheinische Dorfgeschichten oder Gesammelte Erzählungen in für damalige Verhältnisse großen 20- bis 30 000er Auflagen.

Sein größter Erfolg war das Werk Der Rhein – Geschichten und Sagen seiner Burgen, Abteien, Klöster und Städte, welches in fünf Auflagen, darunter auch in französisch und englisch, erschien und wegen seiner schönen Aufmachung und  wertvollen Stahlstiche heute einen hohen Sammlerwert hat.

Ein weiteres großes Werk war Die Maje, ebenfalls mit schönen Stahlstichen ausgestattet, eine Monatsschrift, die in acht Jahrgängen erschien.

Seine Geschichten und Erzählungen wurden bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts vielfach neu aufgelegt und in mehrere Sprachen übersetzt, was ihn auch international bekannt machte.

Viele seiner Werke wurden von dem damals ebenfalls berühmten Maler und Illustrator Ludwig Richter mit schönen Holzschnitten und Stahlstichen illustriert.

Eine Vielzahl seiner Erzählungen findet man in Schulbüchern bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Seine Schriften wurden auch für deutsche Auswanderer in Nord- und Südamerika vertrieben.

Im Jahre 1864 zog er als Pensionär nach Wiesbaden, wo er 1869 verstarb.

Insgesamt gab es bis in unsere Zeit über 700 Buchveröffentlichungen von Wilhelm Oertel. Auch in unserer Zeit werden einige seiner Erzählungen noch gelegentlich in Anthologien veröffentlicht.

 

 

Karl-Richard Mades, Manubach 2010